Raucherwahnsinn!

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Die "rauchernews" des Werner R. Niedermeier-Die "Mutter aller Hetzblogs"

von Peter Rachow

Werner Niedermeiers Pro-Krebs-Blog "rauchernews.de" stellt zweifellos ein Unikum im qualmvernebelten Teil des Internet dar. Die Aggressivtät des i. W. einzigen Autors (der nur sehr gelegentlich einmal von seiner Ehefrau beim Abfassen der Texte unterstützt wird)  und das rücksichtslose Eindreschen auf seine Gegner suchen schon seit langen ihresgleichen und wurden doch nie auch nur anäherungsweise erreicht. "rauchernews.de" ist daher wohl als absolut "einzigartig" zu beschreiben. Ob dies aber in dem hier zu diskurierenden Zusammenhang ein positives Prädikat ist, lassen wir einmal dahingestellt.

Die vorgeblichen "News" auf dem Blog werden also produziert von einer einzigen Person, einem gewissen Werner R. Niedermeier aus Karlsfeld bei München. Der Betreiber dieses Tabak-Hetzblogs legt dabei eine ungeahnte Energie an den Tag, wenn er seine "Nachrichten", an den geneigten Leser zu bringen sucht. Seine Beiträge sind dabei aber gar keine Nachrichten im engeren Sinne, sondern nur Kommentierungen irgendwelcher den Tabaksqualm besprechender täglicher Randnotizen. Denn Niedermeier verwechselt beständig das, was ein seriöses Presseorgan mit seriösen Journalisten nie durcheinander wirft: Die strikte Trennung von Nachrichten und Kommentar.

Bei ihm gibt es jedoch immer beides in dem einen, stets nikotingelben und unangenehm riechenden Aufwasch zusammen serviert. Sein Blog läuft in der geschilderten Art nun schon seit Jahren beständig auf Hochtouren. Im 3-Tages-Rhythmus ergießen sich folglich regelmäßig neue Meldungen aus seiner Karlsfelder Raucherwelt in das WWW hinein. 

Und man möchte vermuten, dass die ganze Menschheit auf diese stilistisch hoch entwickelten Texte und bahnbrechenden Neuigkeiten aus der großen weiten „Welt des Tabakgenusses“ nur gewartet hat. Werner N. referiert dabei in seiner stets montonen, drögen und eintönigen Schreibe über fast alles, Hauptsache es hat auch nur annäherungsweise etwas mit seiner heiß geliebten Tabakdroge zu tun. Kein Thema ist ihm zu dümmlich, keine „News“ zu trivial. Das Spektrum ist dabei riesig. Von einer Bollywood-Schauspielerin, die sich am Set das Rauchen verbittet, weil sie sich so besser in ihre Rolle als Schwangere einfinden zu können glaubt, bis hin zur angeblichen finanziellen Angeschlagenheit der Initiatoren des österreichischen Volksbegehrens gegen das Rauchen in der Gastronomie. Die Meldungen sind immer austauschbar, der emittierte Unsinn ist dabei vom intellektuellen Niveau her betrachtet stets die gleiche nach Tabakrauch stinkende Sauce, die auch einen Türspalt locker zu unterkriechen vermag.
 
Dass Werner Niedermeier es dabei mitunter nicht ganz so genau nimmt mit der Wahrheit, mag angesichts des Dargebotenen nebensächlich erscheinen. Hauptsache, die „Messidsch“ stimmt. Ein kleines Beispiel zur plastischen Untermalung des Gesagten: Über den neuen fränkischen „Rauchermessias“ Günter Groß, dem es doch tatsächlich zum zweiten Mal gelungen ist, den bayerischen Landesverband des „BmB“ („Brachialraucher mit Brikettlungen“) aus der Taufe zu heben (wobei ihm sage und schreibe ein halbes Dutzend „Anhänger“ in einer ziemlich versifften Pilsbar in Kissingen zur Verfügung standen), schrieb er z. B., dass dieser mitnichten an Lungenkrebs erkrankt sei sondern lediglich an einer „verwachsenen Rippe“ leide, die ihn zum Krankenhausaufenthalt zwingen würde.



Ein kurzer Blick in „facebook“ bracht diese Niedermeier-Lüge aber sehr schnell ans Licht. Dort erzählte der Hardcore-Raucher Groß nämlich frank und frei, dass er nicht zum Spiel seiner geliebten „TSG-Hoffenheim“ fahren könne, weil er zur Zeit leider „wegen seines Lungenkrebs“ in Behandlung sei. Er nehme allerdings für ein anderes anstehendes Spiel genug Sauerstoff mit, um das Team „siegen zu sehen“.



Fazit: Wer von Niedermeiers „rauchernews.de“ Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und objektive Berichterstattung erwartet, ist eigentlich selbst Schuld.

So über alle Maßen lächerlich seine „News“ auch daherkommen, so viel schlimmer erscheint noch der Stil seiner Abfassungen. Niedermeiers Art zu schreiben als „von wenig Talent durchdrungen“ zu bezeichnen, wäre vermutlich untertrieben. Sein Schreibstil ist für jeden Leser, der nicht täglich „BILD“ liest, eine einzige Zumutung und beständig der nackte stilistische Offenbasrungseid. So sind es doch immer die gleichen Worthülsen, die immer gleichen hohlen Phrasen und die immer gleichen dummen Vokabeln die er zu immer neuen „Meldungen“ aus der Welt des stinkenden und krebserregenden „Raucherszene“ verwurstelt. Die Artikel sind dabei so über alle Maßen öde und strunzlangweilig geschrieben, dass es einem beim Lesen fast die Sprache verschlägt. Es sei dann, man mag peinliche Selbstdarstellungen und konsequent deintellektualisierte Selbstdemontagen. Dann hat der Autor Niedermeier zumindest einen gewissen Unterhaltungswert.

Aber falls jemand ein Herz für diesen Journalisten einer ganz eigenen „Couleur“ hat, könnte er ihm doch ruhig mal einen Grundkurs im Schreiben an der örtlichen Volkshochschule spendieren. Dann würde vielleicht mal etwas Abwechslung in die textlichen Darlegungen des Herrn N. kommen.  Denn seine vorgebrachten Injurien beschränken sich immer nur auf ganz wenige lexikalische Elemente:

militante Antiraucher“, „totales Rauchverbot“, "Antiraucherlobbyisten“, „Fanatiker“, „Denunzianten“, „Totalitaristen“, „Trolle der Antiraucherlobbybewegung“, „unsäglicher Lügenwahlkampf des Sebastian Frankenberger“, „fanatische Antiraucherlobbyisten“, „Spaltung der Gesellschaft“, um nur einige zu nennen. Dies sind seine ständig sich immer wiederholenden Textbausteine, die um ihn herumkreisen wie Planeten um ein Zentralgestirn. Und um die herum werden dann noch ein paar einfachste Satzstrukturen gestrickt, fertig ist der Artikel für „rauchernews.de“. Irgendeine Form von relevantem Inhalt? Fehlanzeige.

(Die oben aufgelisteten Worthülsen stammen übrigens aus seinem letzten Elaborat:
http://www.rauchernews.de/news/2011/02/18/militanten-antirauchern-geht-das-geld-aus/)

Letztlich stellt sich einem nach dem kopfschmerzverursachenden Konsum von einem halben Dutzend der Niedermeierschen Artikel eine ganz einfache Frage: „Warum schreibt dieser Mann eigentlich noch Texte mit Füll- und Strukturwörtern um seine Standardvokabeln herum?“ Die Arbeit könnte er sich doch im Prinzip sparen. Es würde vollkommen ausreichen, die oben genannte Liste an Hetzvokabeln einfach gelegentlich einmal umzusortieren und schon wäre der neue Artikel für seinen Pro-Qualm-Blog verfasst. Und das WWW kann noch viel Unsinn aufnehmen und dieser wird auch durch Herrn N. zuverlässig produziert werden. Dessen bin ich mir sicher.

Nebenbei lässt er in seinem Blog, wie im "Web 2.0" mittlerweile üblich, auch das Kommentieren seiner Artikel zu. Die Meinungsfreiheit ist aber im Niedermeierland sehr stark eingeschränkt. Besonders Opponenten, die tabakkritische Inhalte zu vertreten meinen müssen, können sich darauf einstellen, sehr schnell aus seinem Blog zwangsweise entfernt zu werden. So ging es vor einigen Jahren dem Autor dieses Artikels:

 
 
Und heutzutage hat sich das nicht geändert. Kommentare sind stets nur erwünscht, wenn sie sich "pro Qualm" und "contra Nichtraucherschutz" richten. Und wer dagegen "contra Qualm" eingestellt ist und selbiges zu äußern wagt, wird mit einem Standardtext zur "Ordnung" gerufen, in dem Niedermeier mitteilt, sein Blog sei nicht der richtige Ort, um die "Propaganda der Antitabaklobby" zu verkünden und der monierte User laufe Gefahr. aus dem Blog gesperrt zu werden. Er möge sich daher doch besser verziehen und zum Mosern "nach draußen gehen".

Man stellt sich nach der Lektüre solcher Verhaltensratschläge nun unwillkürlich die Frage, ob dies die Rache des kleines Mannes (i. e. Herrn Niedermeier) dafür ist, dass er und seine Raucherkonsorten in ihrem Heimatbundesland nur noch vor der Wirtshaustür ihrem kanzerogenen Hobby nachgehen dürfen. Summa summarum stellt man sich so in der Tat gelebten politischen Pluralismus, die wahre Demokratie und ein klares Bekenntnis zur Freiheit der Andersdenkenden vor. So "tolerant" eben wie Raucher sich gerne selbst sehen. Aber in Wirklichkeit diese Selbstwahrnehmung nie einhalten werden können. Denn im Zweifel siegt immer die Nikotinsucht über den gesunden Menschenverstand und die Toleranz.